Die Hauptstadt der Provinz Bali, Den Pasar, hat ca. 290000 Einw. und liegt im Süden der Insel. Sie war einst der Mittelpunkt des alten Königreiches Badung, dessen Herrscher der unter dem
Einbruch des Islam von Java nach Bali geflohenen Aristokratie angehörten. Sie regierten vom 15. Jh. bis zum Anfang des 20. Jh. Erst 1906 unterlagen sie nach verzweifeltem Widerstand den
Niederländern, die daraufhin ganz Bali einnahmen. Der Raja von Badung entschloß sich, nachdem er die Hoffnungslosigkeit seiner Situation erkannte, zu einem selbstmörderischen, aber
ehrenvollen Kampf bis in den Tod (puputan), in dem er, seine Familie und rund tausend Angehörige seines Hofes starben (S.204). Die Niederländer setzten nach diesem Ereignis ihren Feldzug
fort und zogen gegen den Raja von Tabanan, der sich in der Gefangenschaft den Freitod gab. Sodann ging es gegen den Raja von Klungkung, der ebenfalls mit seinem Gefolge im puputan, also
im ehrenvollen Untergang, starb. Nach diesen grausamen kolonialistischen Gemetzeln der Niederländer, die auch in ihrem Heimatland Widerspruch fanden, fügt sich die Geschichte Den Pasars
und ganz Balis wieder in die allgemeine Geschichte Indonesiens ein.