Zu den nachhaltigsten Eindrücken auf Bali zählt die Teilnahme an einer Verbrennungszeremonie pangabenan, die die javanischen Einwanderer im 16. jh. einführten. , Man sollte sich jedoch
bewußt sein, daß diese Ereignisse heutzutage von der Touristikindustrie teilweise schamlos ausgenutzt werden, und es gibt bei sensiblen Bali- Besuchern kaum engagiertere Debatten als die
über Verhaltensweisen von Touristen während einer Totenzeremonie. Die Kremation von Toten ist nach dem Glauben der Balinesen erforderlich, um ihrer Seele den Eingang in den göttlichen
Himmel und die Reinkarnation zu ermöglichen. Da der Aufwand und die Kosten für ein pangabenan außerordentlich groß sind, werden die Zeremonien oft erst viele Jahre nach dem Tod der
verstorbenen Person durchgeführt, die zwischenzeitlich auf dem Friedhof bestattet worden ist. Oft findet aus Kostengründen für mehrere Verstorbene eine einzige Verbrennungszeremonie statt.
Der perlanda- Priester bestimmt mit Hilfe des balinesischen Kalenders einen günstigen Tag für die Kremation. Die Balinesen glauben, daß die Totenseele so lange Unheil stiften kann, bis der
menschliche Körper nicht mehr besteht. Durch Purifizierungsriten sollen unreine Verbindungen der Seele zur Erde unterbunden werden, so daß sie in reinem Zustand die Himmelsgottheit
erreichen kann. Mit großem Aufwand wird ein bade bzw. wailab, ein Leichenturin, hergestellt, dessen Plattform die Erde und die bis zu elf mem-Dächer die höchste Gottheit symbolisieren.