Im Mittelpunkt der Stadt befindet sich der Puputan-Square (alun alun), an dessen Nordwestecke, Kreuzung J1. Surapati/J1. Udayana, sich eine große Wächterfigur befindet, die mit ihrem
dämonischen Aussehen die bösen Geister bannen soll. An dieser Kreuzung treffen sich die großen Geschäftsstraßen Den Pasars, die Hauptstraße Gajah Mada, die JI. Surapati, die J1. Veteran
und die J1. Udayana. Auf der Nordseite der JI. Surapati liegt die Residenz des Gouverneurs und daneben die Alte Hauptpost. An der Ostseite des Platzes, gegenüber der J1. Wisnu, befindet sich
der JagatnataTempel, der dem höchsten, allumfassenden Gott Sanghyang Widi geweiht ist. Auf einer Schildkröte, um die sich zwei Schlangen winden, das Symbol der Erschaffung der Welt,
ruht ein aus weißem Korallstein gemeißelter Schrein. An oberster Stelle befindet sich der Thron für den Gott. Neben dem Tempel steht das Den Pasar Museum, das 1932 auf Betreiben des
deutschen Künstlers Walter Spies errichtet wurde. Eingang, innerer und äußerer Hof sowie der Gongturm lehnen sich an balinesische Tempelbauten an, der erhöht stehende Pavillon an die
Wachtürme balinesischer Paläste. Der Hauptbau mit seinen Pfeilern entspricht dem balinesischen Palast Karangasem, das rechts davon befindliche fensterlose Gebäude dem Palast von
Tabanan und der links stehende Ziegelbau dem Palast von Singaraja, womit alle wesentlichen balinesischen Baustile hier versammelt sind. Im Innern der Räume befinden sich schöne alte
Masken, Kunstgegenstände sowie Sarkophage und Geräte aus der Steinzeit. Hinzu kommen alte Waffen, Gamelan-Instrumente, kunstvolle Gewebe und auf Palmenblätter geschriebene heilige
Bücher (totatar). Die mit weißem Garn zu Skeletten zusammengehaltenen durchlöcherten Münzen und Silberplättchen stellen Figuren (ukur) dar, die den Seelen der Verstorbenen während der
Verbrennung ihrer Leichname als Behausung dienen. Das Garn steht dabei für die Nerven und die Münzen beziehungsweise Silberplatten, je nach Reichtum des Verstorbenen, für die Knochen
der Figuren. (Das Museum ist Di —So vormittags geöffnet und Mo geschlossen.) Wer die Händlerstadt Den Pasar kennenlernen will, hat es nicht weit. In der J1. Veteran gibt es mehrere
Kunstgalerien und in der J1. Gajah Mada, neben den Verwaltungsgebäuden der Stadt, den Markt, die Banken, Restaurants, Kinos und die zahlreichen Andenkengeschäfte, die Souvenirs, billige
Volkskunst sowie falsche und ab und zu auch echte Antiquitäten anbieten. Empfehlenswert ist ein Besuch der Akadenii Kokar für Musik und Tanz in der J1. Ratna im nordöstlichen Bezirk der
Stadt. Hier werden vornehmlich balinesische, aber auch sonstige indonesische Tänze gelehrt. Wer dem Unterricht zusieht, begreift, wie schwer es ist, all die komplizierten Bewegungsabläufe
zu erlernen, die in jeder vorgeschriebenen Geste und grazilen Bewegung einen anderen Sinn ergeben. Ebenso verhält es sich mit der Kunst des Gamelan-Spiels, das hier erlernt wird. In der JI.
Bayusuta befindet sich das Art Center Kesiman, in dem Aufführungen mit Musik und Tanz gezeigt werden. In einer Gemäldegalerie des Art Center verkauft der Sohn des hochbetagten Dieners
von Walter Spies, Pak Nyoman Dadi, schön geschnitzte Baliflöten aus Ebenholz. Folgt man der Hauptstraße Gajah Mada in westlicher Richtung über den Fluß hinaus, und biegt man die J1.
Thamrin nach links, in südlicher Richtung ah, so kommt man zum Palast Puri Pemecutan, der auf der linken Seite der JI. Thamrin hinter einer Mauer liegt, und zwar auf der Höhe der JI.
Hasannudin. Dieser Palast ist im Jahr 1907, nachdem er völlig abgebrannt war, nach altem Vorbild wieder rekonstruiert worden. Inmitten von Höfen und einer tropischen Vegetation stehen
mehrere Pavillons mit großen Terrassen, die zum Teil noch von den Nachkommen der Rajas von Badung bewohnt werden, zum Teil als Bibliothek und zum Teil als Museum für die aus dem
Feuer geretteten Manuskripte, Waffen und Instrumente dienen. In den Höfen befinden sich große Volieren mit seltenen Vögeln der Insel und Kampfhähnen.