Überall in Bali sind die kunstvoll angelegten sawah-Reisterrassen in die liebliche Insellandschaft eingebettet. Die Reisfelder sind nicht vorn Regen abhängig, sondern künstlich bewässert und
können deshalb das ganze Jahr über in allen Stadien der Bearbeitung und des Wachstums angetroffen werden. Von den Vorarbeiten bis zu den Verrichtungen nach der Ernte benötigt der
Reisbauer drei bis vier Monate, so daß in den fruchtbaren Regionen bis zu drei Ernten im Jahr erzielt werden können. Damit sich der Boden von Zeit zu Zeit regenerieren kann, werden
Zwischenanpflanzungen angelegt, wobei für die Stickstoffanreicherung besonders Sojabohnen, Paprika und Tabak geeignet sind. Eine herausragende Rolle bei der Bewässerung der Reisfelder
spielen die subak-Genossenschaften, von denen es in Bali rund 3500 gibt und die nachweislich in der altbalinesischen Epoche im 2. Jh. n.Chr. von Bedeutung gewesen sind. Der Leiter einer
subak-Genossenschaft zeichnet sich durch lange Erfahrung in der Feldbewässerung aus, und er weiß, wer, wann, wo wieviel Wasser auf den komplexen Arealen der Reisfelder benötigt. Die
größten Probleme tauchen auf, wenn Hochwasser die Dämme der Reisfelder zerstört und die früheren Grenzen und Besitzverhältnisse wiederhergestellt werden müssen. Ein weiteres Problem
bei Hochwasser ist das Faulen der Reispflanzen und das daraus resultierende Wachstumshemmnis. Überall in den Reisfeldern sind kleine Opferschreine zu sehen; sie sind der Reisgöttin Dewi
Sri gewidmet. Vier Reissorten unterscheidet man in Bali: den täglichen Reis, beras putih (gekocht heißt er nasi putih), den schwarzen Reis, in/in, den roten Reis, gaga, und einen besonders lang
wachsenden und sehr delikat schmeckenden Reis, genannt ketan. Aus Reis lassen sich Delikatessen zaubern, so z.B. Reiswein, breit:, schwarzer Reispudding, jaja injin, und eine Reihe von
Reiskuchen, ja/an. Im Gegensatz zu Java, sind in Bali allein die Männer mit dem Setzen der Reisschößlinge betraut, an der Ernte jedoch nehmen auch Frauen teil.