Junger-Tanz
Ein verhältnismäßig neuer Tanz, der von 20 jungen Männern und Mädchen, formiert in vier Reihen, getanzt wird. In der Mitte befindet sich der Leittänzer, der singend die Geschichte von Arjunas
Bemühen um den Magischen Bogen vorträgt, mit dessen Hilfe das Böse vernichtet werden soll.
Boris-Tanz
Ein traditioneller balinesischer Tanz, der den Mut und die Tapferkeit der
Krieger versinnbildlichen soll. Die Tänzer erscheinen in Kostümen, die eine Art Panzer symbolisieren, daher die merkwürdig hochgezogenen Schultern.
Kerak-(Ketjak-)Tanz
Er ist der bei Touristen populärste Tanz. Über hundert Männer, nur mit einem Sarong bekleidet, sitzen im Kreis um eine Öllampe. Sie stellen die braven Affenkrieger des Hanuman dar und
begleiten als Chor die inmitten des Kreises ablaufende Handlung der Helden des Ramayana-Epos durch taktmäßige, vielfach modulierte tjak-tjak-Schreie (daher der Name ketjak oder kecak).
König Rama erscheint auf der Suche nach seiner vom Schurken Rahwana entführten Ehefrau Sita. Der Affengeneral Hanuman hilft, die beiden Liebenden zu vereinen. Alles deutet auf ein
Happy-End, so eine der vielen von einfachen Bauern gespielten Versionen. Aber der stolze und wohl auch ein wenig überhebliche Rama bezweifelt die eheliche Treue seiner Ehefrau während
der Entführung. Sita besteht daher auf einer Feuerprobe. Sie durchschreitet unverletzt den Feuerkreis und verläßt darauf den kleinmütigen Gatten, der es gewagt hatte, an ihrer Treue zu
zweifeln.
Barong oder Kris-Tanz
Bei diesem Kampf zwischen dem vierbeinigen Fabeltier Barong, einer Art Drache, der von zwei Männern gespielt wird, und der Hexe Rangda in einer furchterregenden Maske mit lang
heraushängender Zunge ringen das Gute und das Böse miteinander. Der Barong scheint dem bösen Feind zu erliegen. Eine Schar in Trance versetzter Kris-Tänzer mit gezogenem Dolch stürzt
in die Arena, um den Barong zu unterstützen. Doch die Rangda ist durch das Schwenken eines magischen Tuches imstande, die Kris-Tänzer zu zwingen, die Waffe gegen den eigenen Körper
zu richten. Es entbehrt nicht der maka- bren Groteske, wenn die turbulente Szene unterbrochen wird, weil Dorfgenossen demonstrieren, daß es unmöglich ist, die mit verkrampften Armen
gegen die eigenen Körper gehaltenen Dolche durch Klopfen mit einem kleinen Holzhammer in den Leib der Kris-Tänzer zu treiben. Schließlich erwachen die Tänzer aus der Trance, nachdem
sie von Priestern durch Besprengen mit geweihtem Wasser wieder in die Wirklichkeit zurückgerufen wurden. Oft dauert das bei der Hexe Rangda etwas länger. Sie wird in den Tempel gebracht
und zur Weissagung aufgefordert. Dieser Tanz wird in vielen Variationen aufgeführt und erscheint auch unter dem Namen calong arang. Wenn der Tanz zur bloßen Schau dargeboten wird, ist
er weniger dramatisch als im Dorf.
Joged Bumbung
Ein sehr heiterer Tanz zwischen Mädchen und Männern. Bei Vor- führungen für Touristen kommt es vor, daß die Tänzerinnen ins Auditorium gehen und mit einem Fächer einen männlichen
Zuschauer auffordern, mit auf die Bühne zu kommen, um an dem graziösen Tanzspiel zwischen Tänzerinnen und Tänzern teilzunehmen. Das Berühren der Tänzerin ist verboten. Im übrigen
soll man sich nicht vor der freundlichen Aufforderung drücken, auch wenn man dann beim Tanz das Gefühl nicht los wird, sich im Vergleich zur grazilen Tänzerin wie ein hopsender Elefant mit
mehre- ren Tonnen Lebendgewicht zu bewegen.